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Störung in der Montage? KI empfiehlt Lösungsweg!

09. 03. 2026
Verfasst von: Susann Reichert

Störung in der Montage? KI empfiehlt Lösungsweg!

Zwei Frauen und ein Mann stehen im Flur und legen sich locker die Arme um die Rücken. © Kevin Münkel, IPH
Ardita Krasniqi (von links), Katharina Aper und Sascha Brinkmann vom Start-up „Quvas“ entwickeln ein KI-gestütztes Softwaretool, mit dem sich Störungen in der Montage schneller beheben lassen.

Störungen in Montage und Fertigung sind ein großes Problem für Unternehmen. Eine Lösung hierfür entwickelt „Quvas“, ein Gründungsprojekt aus dem IPH – Institut für Integrierte Produktion Hannover: Ein KI-gestütztes Störungsmanagement soll dabei helfen, Störungen schneller zu beheben, die Liefertreue zu verbessern, Kosten zu reduzieren und Mitarbeitende zu entlasten. Die KI-App basiert auf einer Ähnlichkeitsprüfung früherer Störfälle und Lösungswege. Das Start-up sucht Firmenpartner für Praxis-Tests.

App reduziert Störungen, senkt Kosten, entlastet Fachkräfte

Mitarbeitende sind krank, eine Maschine ist defekt, Material fehlt – und schon gerät die gesamte Montage ins Stocken. Solche Störungen können hohe Kosten verursachen. Forscherinnen und Forscher des IPH – Institut für Integrierte Produktion Hannover legten im StoMaXXL-Projekt für großskalige Produkte die Grundlage für ein innovatives Störungsmanagement, das nach Projektende zu einem KI-gestützten Störungsmanagement weiterentwickelt wurde. Mitarbeitende der Montage erfassen die Störung mit einer intuitiv bedienbaren App auf einem mobilen Endgerät. Hinter der Software steht eine KI, die eine Datenbank nach ähnlichen Störungen aus der Vergangenheit durchsucht und auf dieser Basis erfolgsversprechende Lösungen für das aktuelle Problem vorschlägt. Die App leitet auch unerfahrene Mitarbeitende zielsicher durch den Prozess.

Drei Personen stehen in einer Montagehalle und schauen mit fragendem Blick auf einen stillstehenden Roboterarm. Die mittlere Person hält ein Tablet in der Hand und spricht gestikulierend zu den anderen. © Sean Anthony Eddy, iStock
Eine Maschine ist defekt, die Montage stockt und Mitarbeitende mit Fachkenntnissen sind gerade nicht da – in solchen Situationen kann KI helfen, die Störung zu beheben. Die App leitet auch unerfahrene Mitarbeitende zielsicher durch den Prozess.

Geeignet für Einzel- bis zur Serienfertigung

Im Forschungsprojekt wurden allerdings nur die Grundlagen gelegt. Das Team hat die Methode entwickelt und in einem Softwaredemonstrator umgesetzt. Bis zu einer marktreifen Lösung braucht es jedoch mehr Zeit und Entwicklungsarbeit. Deshalb entschieden sich Katharina Aper und Ardita Krasniqi dafür, weiter an dem Thema zu arbeiten und ein Spin-off zu gründen. „Wir merkten schnell, dass viele Unternehmen Interesse an der Idee haben – und dass es für jede Art der manuellen Montage funktionieren kann, nicht nur bei großskaligen Produkten“, sagt Katharina Aper. Nach einer EXIST-Women-Förderung erhalten sie nun bis Februar 2026 ein EXIST-Gründungsstipendium. Sascha Brinkmann verstärkt inzwischen das Team von „Quvas“.

Start-up unternimmt Praxistests vor Markteinführung

Die zwölfmonatige Förderung will „Quvas“ nutzen, um einen Prototyp der Störungsmanagement-App zu entwickeln und in der Praxis zu testen. Dafür sucht das Spin-off Unternehmen mit manueller Montage, die die App ausprobieren wollen, noch bevor sie auf den Markt kommt. „Sie können mit der App Störungen dokumentieren sowie über Interviews und Fragebögen Erfahrungswissen aus der Belegschaft eintragen“, erläutert Katharina Aper. Dabei lernt die KI laufend hinzu: Jede Störung und gefundene Lösung, die ein Unternehmen eingibt, erweitert die Datenbasis. So werden die Empfehlungen mit der Zeit immer präziser.

Hier finden Sie weitere Informationen:

 

M. Sc. Katharina Aper
Adresse
IPH – Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH
M. Sc. Katharina Aper
Adresse
IPH – Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

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