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Vom Alltag zur App – Frauengesundheit im Fokus

09. 09. 2026
Verfasst von: Sophie Grimme, Marion Koelle

Vom Alltag zur App – Frauengesundheit im Fokus

Eine Hand hält eine Menstruationstasse, die andere Hand hält ein Smartphone. Das Display zeigt Angaben zum Menstruationszyklus an. © OFFIS
Zyklusbedingte Beschwerden werden oft nicht ernst genommen. Die Smartphone-App „emmie.“ bildet die Alltagsgesundheit von Frauen ganzheitlicher ab als andere digitale Gesundheitsangebote. Das kann die Diagnose unterstützten.

Die Frauengesundheit umfasst weit mehr als nur die Tage der Menstruation zu erfassen. Komplexe Zusammenhänge von Schmerzen, psychischem Befinden und Alltagsfaktoren werden in der medizinischen Betreuung noch oft ausgeblendet und als Privatsache abgetan. Können digitale Anwendungen geschlechterspezifische Versorgungslücken schließen? Und wie können Frauen die Kontrolle über ihre sensiblen Gesundheitsdaten behalten? Das Oldenburger Informatik-Institut OFFIS entwickelt hierzu die Smartphone-App „emmie.“.

Datensicherheit und Kontrolle bei Gesundheits-App „emmie.“

Digitale Gesundheitsangebote für Frauen konzentrieren sich häufig auf einzelne Aspekte der Menstruation. Zyklusbedingte Beschwerden und Symptome bei Erkrankungen, wie Endometriose oder depressive Beschwerden im Zusammenhang mit der prä-menstruellen dysphorischen Störung (PMDS), werden in der klinischen Praxis oft unzureichend berücksichtigt. Vor diesem Hintergrund entwickelt der Bereich Gesellschaft am OFFIS – Institut für Informatik mit „emmie.“ eine Smartphone-App. Ziel ist es, die Frauengesundheit im Alltag ganzheitlicher abzubilden und subjektive Erfahrungen systematisch mit objektiven Gesundheitsdaten zu verbinden. 

Selbstbestimmter Umgang mit Gesundheitsdaten

„Nutzerinnen können neben Zyklusinformationen auch Angaben zu Stimmung, Schmerzempfinden, Aktivität oder Schlafqualität erfassen“, erläutert Erfinderin und Entwicklungsleiterin Sophie Grimme. Ergänzend lassen sich Daten aus Wearables wie Smartwatches einbinden, sodass langfristige, kontextualisierte Gesundheitsverläufe und mögliche Zusammenhänge sichtbar werden. „Ein zentrales Alleinstellungsmerkmal von ‚emmie.‘ ist der selbstbestimmte Umgang mit sensiblen Gesundheitsdaten“, hebt die Forscherin hervor. Die App ermöglicht es Nutzerinnen aktiv zu entscheiden, welche konkreten Daten sie erheben und speichern, und welche sie situationsbezogen und kontrolliert in aggregierter Form mit medizinischem Fachpersonal teilen. 

Subjektive Beschwerden ernst nehmen

Datensicherheit, Transparenz und Kontrolle für die Nutzerin stehen dabei im Mittelpunkt des Konzepts. Die App soll die Kommunikation zwischen Patientinnen, Ärztinnen und Ärzten unterstützen, diagnostische Prozesse verbessern und das Risiko des sogenannten „medical gaslighting“ reduzieren. „Darunter verstehen wir, dass medizinische Beschwerden, insbesondere subjektive Symptome wie Schmerzen oder psychisches Befinden, oft nicht ernst genommen werden, sodass sich Patientinnen nicht gehört oder verstanden fühlen“, erklärt Sophie Grimme. 

Konzeptionell ist „emmie.“ in das Projekt Health-X dataLOFT eingebettet gewesen, das den Aufbau eines föderierten Gesundheitsdatenraums nach Gaia-X-Standards verfolgte. Projektleiterin am OFFIS war Prof. Dr. Marion Koelle (– mittlerweile arbeitet sie an der Hochschule RheinMain). Ziel war es, bislang getrennte Datenbereiche, beispielsweise selbst erhobene Langzeitdaten und klinische Befunde, interoperabel und nutzerzentriert zu verknüpfen. „emmie.“ ist einer von vier Use-Case-Demonstratoren in diesem Projekt und adressiert die Gesundheit von Frauen.

 

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Redaktioneller Hinweis: Dieser Text steht unter der CC BY 3.0 DE-Lizenz
Zitation: Grimme, S. A., & Koelle, M. (2026). Vom Alltag zur App – Frauengesundheit im Fokus. In TI-Magazin (Technologie-Informationen): Vol. „ti“ 1+2/2026: Die Medizin der Zukunft. Wissen hoch N. https://doi.org/10.60479/EX84-RX60
Dr. Jochen Meyer
Adresse
OFFIS e.V. – Institut für Informatik
FuE Bereich Gesellschaft
Dr. Jochen Meyer
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OFFIS e.V. – Institut für Informatik
FuE Bereich Gesellschaft
Prof. Dr. Marion Koelle
Adresse
Hochschule RheinMain
Prof. Dr. Marion Koelle
Adresse
Hochschule RheinMain

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