21. 05. 2026
Verfasst von: Fabian Hartkopf
„Spock“ – Materialdesign trifft auf neuartigen Klang
Innovativ, kreativ und einzigartig – der Technologietransfer macht‘s möglich: Die neuartige Bassgitarre „Spock“ vereint nachhaltige Materialien, Leichtbau, außergewöhnliche Designs und einen besonderen Sound. Die Prozesstechnik für die Naturfaserverbundstoffe passten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Technischen Universität Clausthal für den Instrumentenbauer Marleaux BassGuitars an. Das im Harz gefertigte Instrument sorgt weltweit für großes Aufsehen.
Innovative Bassgitarre durch angepasste Prozesstechnik
Ausgesprochen erfolgreich gestaltete sich der Technologietransfer vom Institut für Polymerwerkstoffe und Kunststofftechnik der TU Clausthal zum Instrumentenbauer Marleaux BassGuitars. In der Zusammenarbeit entstand eine neuartige E-Bassgitarre mit ganz eigenem Sound, die mehrere Neuheiten bei Material, Bauweise, Bauteilen und ästhetischer Gestaltung aufweist. Das Modell „Spock“ besteht aus einem nach hinten offenen Holzrahmen mit einer freischwingenden, dünnen Decke. Das Deckenlaminat besteht aus Naturfasern wie beispielsweise Flachs und einem Harzsystem. Solche Naturfaserverbunde werden im VARI-Verfahren (Vacuum Assisted Resin Infusion) hergestellt. „Wir haben dieses Verfahren speziell für die Herstellung der Bassdecken modifiziert, sodass Marleaux nun in der Lage ist, die Materialkombination komplett eigenständig herzustellen“, sagt Projektmitarbeiter Fabian Hartkopf.
Impulse für Nachhaltigkeit, Ästhetik und Klangbild
Einen deutlichen Mehrwert bieten die Naturfaserverbunde mit einer großen Gestaltungsfreiheit. Sowohl das Harz als auch die Fasern können vor dem Prozess eingefärbt, Partikel eingebracht und sogar bemusterte Stoffe verwendet werden. „Von großem Vorteil ist auch das vergleichsweise leichte Gewicht des E-Basses, der die Schultern der Bassisten entlastet“, hebt Fabian Hartkopf hervor. Marleaux verwendet für den Korpus überwiegend heimische Hölzer aus dem Harz – ein zusätzlicher Impuls für eine nachhaltige Produktion. Aus der Zusammenarbeit ging zudem ein neues Konzept für einen Saitenhalter und den Steg hervor. Die Kooperationspartner entwickelten auch einen speziellen Tonabnehmer für das Instrument. Damit lässt sich die einzelne Saitenlautstärke individuell justieren, um ein ausgewogenes Gesamt-Klangbild zu erzeugen. Die Elektronik wurde modellspezifisch ausgelegt und erlaubt schnelle Reparaturen.
Technologietransfer mehrfach ausgezeichnet
Das ZIM-Projekt wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert. Das neue Instrument sorgte weltweit für großes Interesse. Nach Artikeln in diversen Zeitschriften und erfolgreichen Messeauftritten wurde der Bass mit einem begehrten Preis des US-amerikanischen „Bass Gear Magazine“ ausgezeichnet. Marleaux Bass Guitars erhielt den begehrten „Best of Show“-Award 2024 auf der NAMM Show (National Association of Music Merchants). Zusätzlich wurde das Transfer-Projekt 2025 mit dem Technologietransferpreis der IHK Braunschweig prämiert.
Hier finden Sie weitere Informationen:
Institut für Polymerwerkstoffe und Kunststofftechnik
Institut für Polymerwerkstoffe und Kunststofftechnik
38678 Clausthal-Zellerfeld
38678 Clausthal-Zellerfeld