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Krebs – „Gemeinsam sorgen“ unterstützt An- und Zugehörige

26. 10. 2026
Verfasst von: Sara Marquard

Krebs – „Gemeinsam sorgen“ unterstützt An- und Zugehörige

Eine Frau und ein Mann sitzen am Tisch dicht nebeneinander und blicken gemeinsam auf einen Laptop. Er tippt etwas ein, sie spricht mit ihm. Beide schauen interessiert und konzentriert. © iStock, kupicoo
Eine Krebs-Diagnose besorgt nicht nur die Erkrankten zutiefst, sondern auch die Menschen in ihrem nahen Umfeld. Die Plattform „Gemeinsam sorgen“ unterstützt die An- und Zugehörigen im Alltagsleben während des Krankheitsfortschritts.

Hat eine nahestehende Person in Ihrem Umfeld Krebs? Als Angehörige der Familie, des Freundeskreises oder der Nachbarschaft sind Sie Teil des Sorgenetzwerkes der erkrankten Person und haben ebenso wie sie Fragen, Sorgen und Bedürfnisse. Um Ihnen eine zielgerichtete und individuelle Unterstützung anzubieten, bauen vier Forschungsinstitutionen die digitale Informationsplattform „Gemeinsam sorgen“ auf. Ziel des Angebotes ist es, Gesundheitskompetenzen zu stärken und Unterstützungssysteme zu stabilisieren.

Fachinformationen, Beratung und Unterstützung im Alltag

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Jährlich sterben etwa 19.000 Frauen, aber auch mehr als 200 Männer daran. Metastasierter Brustkrebs ist unheilbar und stellt auch die Menschen im engeren Umfeld vor Herausforderungen. Vom Kleinkind bis zum hochbetagten Erwachsenen haben sie ein großes Bedürfnis nach verlässlichen Informationen. Über das Projekt „Gemeinsam sorgen bei fortgeschrittenem Brustkrebs“ (Gesi-BK) steht ein digitales Unterstützungsangebot für An- und Zugehörige zur Verfügung, welches derzeit erprobt und evaluiert wird. Vier Institutionen bündeln dabei ihre Expertise: die Universität Osnabrück (Gesamtleitung), die Hochschule Osnabrück, die Medizinische Hochschule Hannover sowie das aQua-Institut Göttingen. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert das Projekt.

Portal unterstützt – vom Alltag bis zur Trauer

„Die digitalen Angebote der Plattform helfen Ratsuchenden rund um die Uhr. Zusätzlich können Kontakte zu anderen An- und Zugehörigen hergestellt und Beratung per Telefon und Mail in Anspruch genommen werden“, informiert Prof. Dr. Sara Marquard von der Hochschule Osnabrück. Sie verantwortet mit ihrem Team die digitalgestützte Steuerung und Koordination von Hilfeleistungen (Case Management), in die sie Bürgerbeirätinnen mit langjähriger Erfahrung als pflegende Angehörige partizipativ einbindet. Die Plattform „Gemeinsam sorgen“ orientiert sich an den Phasen Diagnose, Krankheitsfortschritt, Sterben und Weiterleben der Hinterbliebenen und widmet sich spezifischen Themen wie Alltagsleben, Beziehungen und Trauer. Es gibt beispielsweise Infos zu:

  • Wo finde ich Beratungsstellen?
  • Wie und wo erhalte ich finanzielle Hilfen?
  • Wer entlastet mich bei der Kinderbetreuung und im Alltag?
  • Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Das Handydisplay zeigt die Startseite des Portals mit Zugang zu seriösen Informationen und die Möglichkeit zur Vernetzung. © www.aqua-institut.de
Das Portal Gemeinsamsorgen.de bietet einen intuitiven Zugang zur Informationsdatenbank mit Artikeln, Audios und Videos. Interessierte können sich auch über die Plattform vernetzen.

Informationsmedien, Beratung, Vernetzung

Die Forschenden haben die Bedürfnisse von An- und Zugehörigen auf Basis von systematischen Literaturrecherchen und Einzelinterviews ermittelt. Betroffene erhalten einen niedrigschwelligen, intuitiven Zugang zur digitalen Informationsdatenbank mit Artikeln, Audios und Videos und können sich über die Plattform selbstgesteuert vernetzen. Ferner besteht das Angebot einer digitalgestützten Einzelberatung durch eine qualifizierte Fachperson, auch in den Bereichen Palliative Care und Case Management. „Die bisherigen Ergebnisse bestätigen den Bedarf an technischer Unterstützung für die Zielgruppe“, sagt Sara Marquard. Um das Angebot langfristig verfügbar zu halten, entwickelt das Projektteam Geschäftsmodelle und sucht mögliche Anbieter.

 

Hier finden Sie weitere Informationen:

  • Projekt „Gemeinsam Sorgen bei fortgeschrittenem Brustkrebs“
  • Marquard, S., Schmeer-Oetjen, R., Skowronski, M., Steffen, Y., Hülsken-Giesler, M. (2025). Strukturmodell zur digitalen Unterstützung An- und Zugehöriger von Menschen mit fortgeschrittenem Brustkrebs: Eine empirisch begründete Konzeptentwicklung. Pflege & Gesellschaft 30(2), 124-138.
  • Marquard, S.; Göcken, S.; Branding, M.; Bläser, P.; Schmeer-Oetjen, R.; Hülsken-Giesler, M. (2025): Digitales Case Management für An- und Zugehörige: Beispiel Brustkrebs in der letzten Lebensphase, In: Schmidt, S. (Hrsg.): Digitalisierung und Case Management: medhochzwei, Heidelberg, 175-195.

Zitation: Marquard, S. (2026). Krebs – „Gemeinsam sorgen“ unterstützt An- und Zugehörige. TI-Magazin (Technologie-Informationen), „ti“ 1+2/2026: Die Medizin der Zukunft. https://doi.org/10.60479/68A8-4D72
Prof. Dr. Sara Marquard
Adresse
Hochschule Osnabrück
Professur für Pflegewissenschaft
Prof. Dr. Sara Marquard
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Transfer- und Innovationsmanagement der Osnabrücker Hochschulen
Adresse
Albert-Einstein-Str. 1
49076 Osnabrück
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