07. 09. 2026
Verfasst von: Dirk Joachim Lehmann, Tobias Seeland
KI-Assistent in der Medizin – zuverlässig und sicher
Ärztinnen und Ärzte müssen täglich komplexe Entscheidungen treffen – oft unter hohem Zeitdruck, Personalmangel und der Verantwortung für weitreichende Folgen. Hier setzt Forschung zur künstlichen Intelligenz an: Wie können KI-Systeme so gestaltet werden, dass sie nicht nur Daten auswerten, sondern die medizinisch relevanten Inhalte zuverlässig herausfiltern und transparent begründen? Die Ostfalia Hochschule und das Start-up-Projekt TheHealthHub.AI entwickeln eine medizinische KI-Assistenz, die Entscheidungen in der Patientenversorgung unterstützt.
Entscheidungen durch KI nachvollziehbar unterstützen
Wachsende Datenfluten in der modernen Medizin treffen auf knappe Zeit und begrenzte Personalressourcen. Künstliche Intelligenz (KI) kann dabei wertvolle Unterstützung bieten, doch in der klinischen Praxis wird ihr Potenzial bislang kaum ausgereizt. Häufig fehlt der Bezug zu den entscheidungsrelevanten Informationen. Oder die Systeme geben Empfehlungen, ohne diese im Lichte medizinischer Leitlinien oder etablierten Expertenwissens zu begründen. Nur wenn ihre Empfehlungen nachvollziehbar sind und sich nahtlos in bestehende klinische Abläufe einfügen, wird KI zu einem verlässlichen Partner im Versorgungsalltag. Dieses Ziel verfolgen die Ostfalia Hochschule und ein Start-up in dem anwendungsnahen Transferprojekt TheHealthHub.AI.
Relevante Inhalte in Patientendaten erkennen
Das KI-gestützte Assistenzsystem soll Patientendaten aus unterschiedlichen Quellen analysieren, relevante Inhalte erkennen und medizinische Hinweise ableiten. „Wir entwickeln KI-Lösungen, die validierbar, nachvollziehbar und in bestehende Versorgungspfade integrierbar sind und dem medizinischen Fachpersonal sowie den Patientinnen und Patienten nutzen“, sagt Gründer Tobias Seeland. Zentrale Forschungsfragen dabei sind: Wie lassen sich elektronische Patientendaten sicher, vertraulich und automatisiert filtern, ohne dass entscheidungsrelevante Informationen verloren gehen? Wie kann die Verlässlichkeit von KI-gestützten Diagnose- und Therapieunterstützungsvorschlägen gemessen werden? Daher benötigt das medizinische Assistenzsystem eine robuste Datenverarbeitung, modulare Systemarchitekturen und integrierte Qualitätssicherungsprozesse.
Perspektiven für Klinik und Praxis
Die Ostfalia bringt ihre Expertise in Datenanalyse, KI und maschinellem Lernen in das Projekt ein. Die Arbeitsgruppe „Data Science in IoT“ erforscht, „wie Algorithmen medizinische Relevanz erkennen und bewerten können – und welche Anforderungen aus klinischer Sicht erfüllt sein müssen“, erläutert Prof. Dr.-Ing. Dirk Joachim Lehmann. Die Kooperation ist durch einige Mitgründer entstanden, die an der Ostfalia studiert haben. Die technische Umsetzung der Entwicklungen und die Vorbereitung des Markteintritts liegen beim Start-up. Zwei Prototypen liegen als „PocketDoc“ und „medizinischer Assistenzarzt“ vor. „Damit können wir patientenbezogene Daten verarbeiten und von diversen KI analysieren lassen“, erklärt Tobias Seeland. Die nächsten Entwicklungsaufgaben zur Marktreife konzentrieren sich auf die Prognosequalität, um die Patientensicherheit zu gewährleisten.
Hier finden Sie weitere Informationen:
Institute for Information Engineering
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38302 Wolfenbüttel
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