24. 02. 2026
Verfasst von: Margit Stein
Jugendbildung im deutsch-afrikanischen Kulturaustausch
Ein nachhaltiges und solidarisches Leben profitiert von kulturellem Austausch. Die Universität Vechta steht in langjährigem Kontakt mit Partnerhochschulen in Tansania, um gegenseitig interkulturelle, demokratie- und nachhaltigkeitsbezogene Gestaltungskompetenzen zu fördern. In einem Kooperationsprojekt haben die Praxispartner aus Vechta, Tansania und Togo Handbücher für die werteorientierte Jugendbildung und für gewaltfreien Unterricht in verschiedenen Sprachen gestaltet.
Handbücher für Jugendbildung und gewaltfreie Schulen
Konzepte der Global Citizenship Education verfolgen das Ziel, interkulturelle, demokratie- und nachhaltigkeitsbezogene Gestaltungskompetenzen zu fördern und Ideen mit Praxispartnerinnen und -partnern vor Ort gemeinsam umzusetzen. Beispielsweise initiierte Dr. Felista Tangi aus Tansania das Projekt der gewaltfreien Schule. Hierzu haben Studierende aus Deutschland und Togo an der Universität Vechta in digitalen Seminaren mit der Académie Bilimon in Togo und der St. Therese Secondary School in Tansania zusammengearbeitet. Es entstanden zwei Handbücher: eines zu Methoden eines guten und gewaltfreien Klassenraum-Managements und eines für (außer)schulische Jugendbildung in den Bereichen Identitätsarbeit, Geschlechtergerechtigkeit, verantwortliche Sexualität, Berufsorientierung, soziales Engagement, Demokratiepädagogik und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE).
Übersetzungen in sieben Sprachen
Die Studierenden recherchierten umfassend bestehende Konzepte weltweit und interviewten Schülerinnen, Schüler, Lehrkräfte, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter aus Tansania und Togo qualitativ. In Arbeitsgruppen erstellten sie gemeinsam die Kapitel der Handbücher. Diese liegen mittlerweile sowohl auf Französisch, Englisch und Deutsch als auch in Swahili, Haussa, Ewe und Kabiyè übersetzt vor und werden kostenlos online zur Verfügung gestellt. „Gewaltfreie Konzepte kulturübergreifend umzusetzen ist ein sehr sensibles Thema“, gibt Prof. Dr. Margit Stein von der Universität Vechta zu bedenken. „Der akademische Nachwuchs aus Europa und Afrika hat großes Interesse am kulturellen Austausch; sie verstehen sich als Kosmopolitinnen und Kosmopoliten, daher werden Ideen grenzüberschreitend geteilt“, erläutert die Forscherin.
Workshops zur Nachhaltigkeit
Beispielsweise bietet Dr. Felista Tangi Workshops zum Thema Inklusion und Bildung für nachhaltige Entwicklung an der St. Therese Secondary School oder in ihren Seminaren an der St. Augustine University in Mwanza in Tansania an. Diese Workshops werden auch von weiteren Praxispartnern im subsaharischen Afrika eingesetzt. Am Projekt mit den Handbüchern wirkten zudem Prof. Dr. Daniela Steenkamp von der Dualen Hochschule Baden Württemberg Villingen-Schwenningen und Dr. Koffi Emmanuel Noglo von der Académie Bilimon in Togo mit.
Hier finden Sie weitere Informationen:
- Handbuch zur (außer)schulischen Jugendbildung durch Workshops in sieben Sprachen, Noglo & Stein, 2023, in Englisch, Deutsch, Französisch, Haussa, Kiswahili, Ewe, Kabiyè
- Etablierung einer gewaltfreien und inklusiven Schule in der Mwanza Region/Tansania
Professur für Allgemeine Pädagogik
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49377 Vechta
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