11. 05. 2026
Verfasst von: Margit Stein, Benjamin Möbus
Hand in Hand für eine starke Schülervertretung
Eine Schülervertretung mit pädagogischer Begleitung ist an Schulen bundesweit gesetzlich vorgeschrieben. Dennoch fehlt es oft an Unterstützung durch Schulleitung und Lehrkräfte sowie an zeitlichen und materiellen Ressourcen. Wie lässt sich die Arbeit in Schülervertretungen stärken? Das untersuchte die Universität Vechta gemeinsam mit dem Verein „Schule ein Gesicht geben“ an Schulen aus mehreren Bundesländern. Die praxisorientierten Ergebnisse sind in digitalen Angeboten und Printprodukten öffentlich und kostenfrei zugänglich. Die Medien liefern hilfreiche Tipps zur Motivation, Organisation, Projekt- und Gremienarbeit.
Forschungstransfer stärkt Arbeit in Schülervertretungen
Schülervertreterinnen und -vertreter engagieren sich im Schulalltag im Sinne einer lebendigen Demokratie. Doch nicht selten stoßen sie auf strukturelle Hindernisse und fehlendes Interesse bei Mitschülerinnen und -schülern und Lehrkräften. „Viele Schulen kennen den rechtlichen Rahmen nicht, etwa dass Schulvertretungen Räume und Freistellungen für Treffen zustehen und dass sie eine Lehrkraft ihres Vertrauens als Begleitung wählen dürfen, der dann wiederum Entlastungsstunden zustehen“, bestätigt Prof. Dr. Margit Stein von der Universität Vechta. Daher regte der Verein „Schule ein Gesicht geben“ eine Zusammenarbeit mit der Universität an. Die Kooperationspartner wollen die Arbeit von Schülervertretungen (SV) mit Materialien und Studien stärken.
Passgenaue Lösungen für die Praxis
Studierende haben gemeinsam mit Akteuren aus Wissenschaft und Praxis die Situation von Klassensprecherinnen und -sprechern untersucht und erarbeitet, wie die SV-Arbeit gelingen und begleitet werden kann. Sie befragten Schülervertreter, begleitende Lehrkräfte und Schulsozialarbeiterinnen aus 60 Schulen aller Schularten in sechs Bundesländern. Die enge Zusammenarbeit ermöglicht es, Bedarfe zu erfassen und passgenaue Lösungen für die Praxis zu entwickeln. Dazu zählen:
- Neuauflage des SV-Handbuchs „Pimp my school“ in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung mit Tipps zu Motivation, Wahlen, Organisation, Sitzungen, Projektarbeit und Strukturen
- Studie zur Situation der „Schüler:innenvertretungsarbeit in Sachsen-Anhalt“: Welchen Stellenwert hat die Schülerbeteiligung und wie funktioniert sie in der Praxis?
- Web-App „Grundschulen: Besonderheiten der Schülervertretung“ mit Materialien für Grundschulen
- SV-Archiv mit Downloads, zum Beispiel Methodenvorschläge für Klassensprecherwahlen
- Leitfaden „Arbeitshilfe Gremienwahlen“, um Wahlen ansprechender und demokratiebasierter zu gestalten
- Handreichung für Projekte im Programm „Bildung für nachhaltige Entwicklung“, zum Beispiel „SV macht Klimaschutz“
Transfer für demokratisches Engagement in Schulen
Der Ansatz ermöglicht es, „nicht nur Erkenntnisse über demokratisches Engagement in Schulen zu gewinnen, sondern gemeinsam mit der Praxis Materialien und Werkzeuge zu entwickeln, die demokratische Handlungskompetenzen direkt stärken“, befindet Margit Stein. „So gelingt es auch, wissenschaftliche Erkenntnisse wirkungsvoll in die Gesellschaft zu überführen.“ Die Universität Vechta realisiert diesen Transfer mit einem forschungsorientierten Lehransatz, der gesellschaftliche Herausforderungen in den Mittelpunkt rückt und Studierende aktiv in kooperative Forschungsprozesse einbindet.
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Professur für Allgemeine Pädagogik
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49377 Vechta
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