26. 06. 2026
Verfasst von: Stephanie Schäfers, Nicole Kemper
Gutes Stallklima im Musterhaus für Masthühner
Gute Haltungsbedingungen für Nutztiere steigern nicht nur das Tierwohl, sondern können mittelfristig auch die Kosten in der Landwirtschaft senken. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover: Ein Projektteam konstruierte ein Musterhaus für Masthühner, das ein tierfreundlicheres und stabiles Stallklima erzeugt. Zu- und Abluft sowie Emissionen werden besser kontrolliert. Beim optimierten Stall werden zudem Energie und Wasser eingespart.
Lüftungskontrolle verbessert Tierwohl und Energieeffizienz
Konventionelle Ställe für Masthühner bieten den Tieren oftmals kein optimales Stallklima mit ausreichend Frischluft. Treten in der meist einwandigen Stallwand Leckagen auf, baut sich der für eine ausreichende Frischluftzufuhr benötigte Unterdruck nicht ausreichend auf. Dieses Problem macht sich verstärkt in der Frühmast bemerkbar, wenn Gaskanonen den Stall erwärmen. Bei geringer Frischluftzufuhr steigen die Konzentrationen der Schadgase Kohlendioxid (CO2) und Ammoniak (NH3) in der Stallluft und die Einstreufeuchte ist erhöht. „Wenn es außerdem zu starken Schwankungen im Stallklima kommt, beeinträchtigt das nicht nur die Tiergesundheit, sondern führt auch zu einer ineffizienten Nutzung von Energie und Wasser“, sagt Dr. Stephanie Schäfers vom Institut für Tierhygiene, Tierschutz und Nutztierethologie.
Zuluft vor Stalleintritt effektiv temperieren
Sie konstruierte im EIP-AGRI-Projekt „Broilermaststall 2023“ im Team ein innovatives Stallgebäude für ein tiergerechteres Stallklima, in dem die Tiere keinen starken klimatischen Schwankungen ausgesetzt sind. Dazu werden die Frischluftzufuhr und die Abluft an einem zentralen Punkt des Gebäudes vollständig kontrolliert. „Hierdurch können wir die Zuluft bereits vor Eintritt in den Stall effektiv temperieren sowie den Einsatz von Gaskanonen und Sprühkühlungen reduzieren“, berichtet Stephanie Schäfers. Die Steuerung der Lüftung erfolgt vorausschauend auf Basis des prognostizierten Anfalls von Schadgasen und Feuchtigkeit. Um Energie- und Wasserverbrauch einzusparen sowie Emissionen besser zu kontrollieren, erhielt der Stall eine doppelten Außenhülle sowie Wärmetauscher und Padkühlungen. Auch das Stallklima wird aktiv gesteuert, die Erwärmung des Tierbereiches wird mit Fußbodenheizungen und Dunkelstrahlern realisiert.
Stabileres Stallklima, gesündere Tiere
„Durch das modifizierte Gebäude und die Lüftungssteuerung verringerte sich die Einstreufeuchte und dadurch verbesserte sich die Fußballengesundheit der Tiere“, zieht Stephanie Schäfers ein positives Fazit. Einen Effekt auf die Atemwegsgesundheit und andere Tiergesundheitsparameter stellte das Team nicht fest. Der Stromverbrauch pro Tier war leicht erhöht. Dahingegen wurde der Wasserverbrauch sowie der Gasverbrauch deutlich gesenkt, so dass sich die benötigten Kilowattstunden pro Tier insgesamt reduzieren ließen. Sowohl das hier vorgestellte System als auch eine Weiterentwicklung werden momentan in der Praxis in anderen Betrieben getestet.
Hier finden Sie weitere Informationen:
Institut für Tierhygiene, Tierschutz und Nutztierethologie (ITTN)
Institut für Tierhygiene, Tierschutz und Nutztierethologie (ITTN)
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30173 Hannover
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