05. 05. 2026
Verfasst von: Julia Schipke
Wie Fett und Bewegung unsere Lunge beeinflussen
Rauchen schadet der Lunge, das wissen wohl die meisten. Weniger bekannt ist, dass auch Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung die Lungengesundheit beeinträchtigen können und Lungenerkrankungen wie Asthma oder chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) begünstigen können. Ein Forschungsteam der Medizinischen Hochschule Hannover untersucht deshalb, wie Ernährung und Bewegung die Lunge in verschiedenen Lebensphasen beeinflussen, um neue Ansätze für Prävention und Therapie zu entwickeln.
Neue Ansätze für Prävention und Therapie
Zwischen der Lunge und anderen Organen gibt es vielfältige Wechselwirkungen auf molekularer Ebene. Im Mittelpunkt des Forschungsprojekts steht dabei die Kommunikation zwischen Fettgewebe und Lunge bei frühkindlicher und erwachsener Adipositas. Eine zentrale Rolle spielen hierbei sogenannte Adipokine – Botenstoffe des Fettgewebes, die unter anderem das Sättigungsgefühl regulieren und mit Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes in Verbindung stehen. „Diese Signalstoffe könnten auch die Lunge beeinflussen, insbesondere die Zellen in der Gasaustauschregion“, sagt PD Dr. Julia Schipke. Vorangegangene Versuche im Mausmodell haben gezeigt, dass eine ungesunde Ernährung die Gefäße in der Blut-Luft-Schranke verdickt und das fetthaltige Lungensurfactant verändert, das eine wichtige Funktion für die Belüftung der Lunge hat. In der Folge verliert die Lunge an Elastizität und der Gasaustausch wird erschwert.
Positive Wirkung durch Botenstoffe aus Muskeln?
Klinische Studien zeigen, dass Geburtsgewicht und Ernährung das Risiko für eine eingeschränkte Lungenfunktion im späteren Leben beeinflussen. Im Projekt untersuchen die Forschenden daher im Mausmodell, welche Auswirkungen eine ungesunde Ernährung in frühen und späten Lebensphasen hat. „Zudem prüfen wir, ob körperliche Aktivität die schädlichen Effekte abmildern kann“, ergänzt die Biologin. Denn auch Muskelzellen setzen Botenstoffe frei, sogenannte Myokine, die einen positiven Einfluss auf die Lungengesundheit haben könnten.
Neue Biomarker identifizieren
„Unser Ziel ist es, neue Biomarker zu identifizieren, die auf lebensstilbedingte Lungenschäden hinweisen“, erläutert Julia Schipke. „Damit lassen sich neue Ansätze für Prävention und Therapie von ernährungsbedingten Lungenveränderungen entwickeln.“ Das Projekt führen PD Dr. Julia Schipke und ihr Team am Institut für Funktionelle und Angewandte Anatomie in Kooperation mit Prof. Dr. Dr. Miguel Alejandre Alcazar von der Justus-Liebig-Universität Gießen durch. Die Forschenden sind zudem im Forschungsverbund des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL) aktiv.
Hier finden Sie weitere Informationen:
Institut für Funktionelle und Angewandte Anatomie
Institut für Funktionelle und Angewandte Anatomie
30625 Hannover
30625 Hannover