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Der digitale Schlüssel zur Baustelle

05. 02. 2026
Verfasst von: Erik Frey, Christina Amrhein-Bläser

Der digitale Schlüssel zur Baustelle

Eine Hand hält einen Transponder an ein kastenförmiges Lesegerät über einem Türgriff. Die andere Hand liegt auf dem Griff, um die Tür zu öffnen. © Mardu
Schlüsselchaos auf Baustellen, verschlossene Türen und viele Baubeteiligte, die Zugang benötigen – das Start-up Mardu vereinfacht die Zutrittskontrolle mit digitalen Berechtigungen. Sie sind mobil, kostengünstig und auf Baustellen zugeschnitten.

Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere. Was den einen als Erfahrung, Mutmacher oder Durchhalteparole dient, hat für ein Gründungsteam der Hochschule Osnabrück eine ganz praktische Bedeutung: Eine verschlossene Tür eröffnete den Weg in die Selbstständigkeit. Das Start-up Mardu möchte dem „Schlüsselchaos“ auf großen Baustellen ein Ende bereiten und entwickelt ein digitales Zutrittskontrollsystem speziell für Bau- und Handwerksbetriebe.

Zutrittskontrolle per App oder Transponder

Unübersichtliche Schlüsselbunde, verschlossene Türen und eine Vielzahl beteiligter Unternehmen, die mal zeitgleich, mal zeitversetzt arbeiten – wer schon einmal auf einer Großbaustelle gearbeitet hat, kennt diese Probleme. Ähnlich erging es Erik Frey, Luca Schöneberg und Melvin Valerius während ihrer Schulzeit in Rheine, als sie sich im ARTandTECH.space Rheine trafen, einer offenen Werkstatt mit kreativen und technischen Angeboten für junge Menschen. „Dort gingen viele Leute ein und aus und wir fragten uns immer häufiger: Wer hat den Schlüssel?“, erinnert sich Erik Frey. „Da haben Luca und ich das in die Hand genommen und angefangen, ein Zutrittskontrollsystem zu entwickeln.“ Aus diesen Anfängen ist mit einem EXIST-Gründungsstipendium das Start-up Mardu an der Hochschule Osnabrück erwachsen.

Zugänge und Berechtigungen flexibel verwalten

Die Idee: Alle Beteiligten – vom Handwerk bis zu den Baufirmen – erhalten einen digitalen Baustellenausweis. Mit Transponder oder Smartphone können sie genau die Bereiche öffnen, für die eine Berechtigung vorliegt. Erik Frey vergleicht das System mit den gängigen Zutrittskontrollen für Bürogebäude und Schulen, weist aber auf einen entscheidenden Nachteil hin: „Die vorhandenen Kontrollsysteme sind entweder sehr teuer oder eignen sich nicht für den flexiblen Baustellenbetrieb.“ Mardu entwickelt stattdessen eine Hardware, die sich über eine spezielle Funktechnologie zu einem sogenannten selbstheilenden vermaschten Netzwerk verbindet. Über eine Web- oder Mobile-App kann etwa die Bauleitung alle Zugänge flexibel verwalten, dokumentieren und zeitgesteuerte Berechtigungen für Lieferanten erteilen.

Zwei junge Männer lächeln in einer Ausstellungshalle in die Kamera. © Mardu
Die Gründer Luca Schöneberg (links) und Erik Frey wollen die Zugangskontrollen auf Baustellen vereinfachen. Digitale Berechtigungen schützen sensible Bereiche, beugen Diebstählen vor, reduzieren den organisatorischen Aufwand und somit die Bauzeit. Barrierefreier Bildtext:

Organisation vereinfachen, Sicherheit erhöhen

„Wir bieten eine mobile, kostengünstige, skalierbare Lösung, die auf Baustellen zugeschnitten ist und mit ihnen wachsen kann“, betont Erik Frey. Die digitale Freigabe per App ersetzt Schlüsselübergaben vor Ort, vereinfacht die Organisation, erhöht die Sicherheit und beschleunigt die Bauzeit. Bei der Entwicklung ergänzen sich die Schulfreunde von früher fachlich gut: Luca Schöneberg studierte in Osnabrück Medieninformatik, Erik Frey studierte in Karlsruhe Elektrotechnik und Melvin Valerius studiert in Münster Volkswirtschaftslehre. Unterstützt werden sie von Prof. Dr. Clemens Westerkamp und vom RISE StartUp!Lab der Hochschule Osnabrück. Das Geschäftsmodell sieht derzeit vor, die Hardware mit einer kostenlosen Grundversion der Software zu verkaufen und Installations- und Wartungsservice anzubieten. Der Prototyp ist nahezu fertiggestellt.

Redaktioneller Hinweis: Dieser Text steht unter der CC BY 3.0 DE-Lizenz
Citation: Frey, E., & Amrhein-Bläser, C. (2026). Der digitale Schlüssel zur Baustelle. TI-Magazin (Technologie-Informationen), „ti“ 3/2025: Transfer in die Praxis. https://doi.org/10.60479/90KC-DZ27
B. Sc. Erik Frey, B. Sc. Luca Schöneberg
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