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19. 12. 2022
Verfasst von: Ludger Kolhoff

Soziales Unternehmertum – Perspektiven für sozial Benachteiligte

Eine Hand schreibt Stichworte wie Learning, Ability, Competence und Growth. © Gerd Altmann, Pixabay
Ein digitales Trainingsprogramm vermittelt sozial benachteiligten Menschen Fähigkeiten für soziales Unternehmertum. Gerade mit ihren Erfahrungen können diese Menschen Lösungsansätze für gesellschaftliche Probleme entwickeln.

Soziales Unternehmertum kann Pionierarbeit leisten und ausgegrenzten Menschen neue Perspektiven eröffnen. Die Ostfalia Hochschule entwickelt in einem europäischen Kooperationsprojekt ein digitales Schulungs- und Mentoringprogramm, das sozial ausgegrenzten Menschen dabei hilft, unternehmerische Fähigkeiten zu entfalten. Dabei sammeln sie praktische Erfahrungen, ein nachhaltiges Unternehmen zu gründen und zu führen.

Digitales Trainingsprogramm und Lernplattform

Selbstständig unternehmerisch handeln, aus sozialer und ökologischer Verantwortung heraus – diese innovative Art des Unternehmertums findet sich im Social Entrepreneurship. Ideen dazu können in allen Menschen stecken. Sechs europäische Kooperationspartner haben sich zum Ziel gesetzt, vor allem Menschen mit sozialen Benachteiligungen und Behinderungen zu fördern und mit unternehmerischen Fähigkeiten auszustatten. Im Erasmus+-Projekt „LeArNing CEnters for Social Entrepreneurs in the digital era“ entwickeln sie ein digitales Trainingsprogramm und eine Online-Plattform, um sozial ausgegrenzten Menschen einen Zugang zu geeigneten Lernmaterialien sowie Lehrerinnen und Lehrern zu verschaffen. So haben sie die Möglichkeit, neue unternehmerische Lösungsansätze für gesellschaftliche Probleme dort zu erarbeiten, wo sie tagtäglich mit ihnen umgehen müssen.

Leitfaden und Best Practices

Das soziale Unternehmertum als Grundlage ist hierbei ein Innovationsmotor, der dazu motiviert, gewohnte Denkmuster zu verlassen. Sechs Partnerorganisationen aus Deutschland, Italien, Rumänien, Griechenland, Irland und der Slowakei, darunter die Ostfalia Hochschule, erarbeiten zunächst ein Innovationshandbuch, das als Leitfaden für die Lernmodule dient. Best Practices zeigen, wie bestehende soziale Unternehmen vorgehen. Für Deutschland wird beispielsweise eine Organisation vorgestellt, die mit psychisch erkrankten Menschen arbeitet und ihnen hilft, ihre unternehmerischen Potenziale entfalten zu können.

Ideen finden, gestalten, umsetzen

Im Anschluss werden die Trainingsmodule sowie eine Online-Plattform entwickelt und erprobt. Die E-Learning-Kurse vermitteln den Lernenden praktische Erfahrungen mit der Führung eines nachhaltigen Unternehmens im digitalen Zeitalter. Die qualitativ hochwertigen und innovativen Lernangebote unterstützen dabei, Ideen zu finden und auszugestalten, die unternehmerische Tätigkeit und rechtliche Rahmenbedingungen vorzubereiten sowie persönliche Fertigkeiten auszubilden. Dabei entwickelt jeder Projektpartner auch länderspezifische Module, die den rechtlichen und gesellschaftlichen Bedingungen vor Ort gerecht werden. Die Pilotierung der Kursmodule erfolgt dann mit 20 Jungunternehmerinnen und -unternehmern in jedem der sechs Länder. Daraus werden in jedem Partnerland sechs Champions ausgewählt. Alle Teilnehmenden erhalten ein Ausbildungszertifikat.

Portraitfoto
Prof. Dr. phil. Ludger Kolhoff
Adresse
Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, Standort Wolfenbüttel
Fakultät Soziale Arbeit
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Ostfalia Hochschule, Wissens- & Technologietransfer
Adresse
Salzdahlumer Str. 46/48
38302 Wolfenbüttel
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