Themen
Einzelansicht

17. 08. 2022
Verfasst von: Maximilian Zarte, Agnes Pechmann

Produktionsplanung – effizient und nachhaltig

Ein Puzzle zeigt eine Industrieanlage. Die Puzzleteile verdecken fast den Schriftzug Greenwashing. © Tanaonte, iStockphoto
Produktionsplanung – geht es dabei nur um wirtschaftliche Ziele, um Greenwashing oder um echte Nachhaltigkeit? Ein Entscheidungsmodell der Hochschule Emden/Leer unterstützt Unternehmen, soziale und ökologische Aspekte in die Produktionsplanung zu integrieren.

Eine konventionelle Produktionsplanung will vor allem wirtschaftliche Aspekte möglichst effizient erfüllen. Im Sinne einer nachhaltigen Unternehmensentwicklung muss das Ziel der Produktionsplanung aber um ökologische und soziale Aspekte erweitert werden. Forschende der Hochschule Emden haben ein Modell entwickelt und getestet, das Unternehmen Vorschläge macht, wie sie ihre Nachhaltigkeit verbessern können.

Ökologische und soziale Aspekten in Planung integrieren

Nachhaltige Entwicklung bedeutet, die Bedürfnisse der gegenwärtigen Generationen zu befriedigen, ohne die Möglichkeiten zukünftiger Generationen einzuschränken. Diese Definition ist weit verbreitet, wohingegen ihre Bedeutung für Produktionssysteme vage und komplex bleibt. Grundsätzlich bedeutet die Entwicklung eines Systems erstens, ein mögliches Verbesserungspotenzial im Vergleich zu einem angestrebten Systemzustand zu bewerten. Zweitens werden alternative Handlungsmöglichkeiten ermittelt, um den angestrebten Zustand zu erreichen. In der Regel bestimmt und optimiert Produktionsplanungsoftware die Produktionsprozesse entsprechend aktueller Produktionsbedingungen und Planungsziele.

Entscheidungsmodell und Schlussfolgerungen

Aktuelle Methoden zur Produktionsplanung konzentrieren sich eher auf einzelne Aspekte der Nachhaltigkeit wie Energie- oder Abfallplanung. Werden jedoch ökologische und soziale Aspekten außer Acht gelassen, birgt es das Risiko für den „Rebound-Effekt“ oder „Greenwashing“. Die Anforderungen und Herausforderungen einer Produktionsplanung nach nachhaltigen Aspekten hat Maximilian Zarte an der Hochschule Emden/Leer in seiner Promotion untersucht.

Die Wortgrafik listet verschiedene Ziele auf. © Maximilian Zarte
Eine nachhaltige Produktionsplanung umfasst ökologische, soziale und wirtschaftliche Ziele.

Zur ganzheitlichen und nachhaltigen Planung hat er ein Entscheidungsmodell entwickelt, welches soziale, ökologische und wirtschaftliche Aspekte gleichzeitig bewertet und dem Nutzer Vorschläge zur Umsetzung macht. Das Modell wurde in einer Fallstudie im Labor für Produktionsplanung der Hochschule Emden getestet und validiert. Dabei wurden in der Promotion allgemeine Schlussfolgerungen für eine Produktionsplanung nach nachhaltigen Aspekten gezogen.

Die Wortgrafik geht auf Rahmenbedingungen, Kommunikation, Organisation der Datennutzung sowie Entscheidungsfindung ein. © Maximilian Zarte
Allgemeine Schlussfolgerungen für eine nachhaltige Produktionsplanung
Hochschule Emden/Leer, Wissenstransfer
Hochschule Emden/Leer, Wissenstransfer