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12. 04. 2022
Verfasst von: Simone Abels, Daniel Pleissner

Lebensmittelabfälle vermeiden, Klimabilanz verbessern

Auf einem Schultisch stehen Schüsseln mit verschiedenen Essensresten und eine Küchenwaage. © Leuphana
In der Messwerkstatt werden den Jugendlichen Lebensmittelabfälle zugeteilt. Sie sollen diese kategorisieren, wiegen und den Umwelteinfluss abschätzen.

Lebensmittelabfälle sind nicht nur eine vergeudete Ressource, sie sind auch eine wichtige und weitgehend vernachlässigte Ursache für Treibhausgasemissionen. Ein neues Schulkonzept der Leuphana Universität Lüneburg sensibilisiert Jugendliche für die Klimarelevanz von Essensresten. In einem Verbundprojekt entwickelten Forschende und Jugendliche gemeinsam Messinstrumente und Verwertungsstrategien.

Schülerinnen und Schüler erarbeiten Reduktionsstrategien

Verschmäht und weggeworfen – dabei verursacht der nicht genutzte Apfel 22 Gramm CO2 – so viel wie eine LED-Lampe, die vier Stunden lang brennt. „Bei alltäglichen Lebensmitteln weiß kaum jemand, woher sie stammen und was zwischen Herstellung, Handel und Entsorgung passiert“, stellt apl.-Prof. Dr. Daniel Pleissner von der Leuphana Universität Lüneburg fest. Im Projekt „FoodLabHome“ ging es ihm, seiner Kollegin Prof. Dr. Simone Abels und Prof. Dr. Daniel Fischer (jetzt Wageningen University) darum, zusammen mit Schülerinnen und Schülern Strategien zu erarbeiten, Lebensmittelabfälle zu reduzieren und ihre Klimarelevanz zu messen. Das Projekt erfolgte im Verbund mit der TU Berlin sowie allgemein- und berufsbildenden Schulen.

Food Tracker misst Klimarelevanz

Ein Ergebnis des Projekts ist der Food Waste Tracker: Das leicht zu bedienende Online-Tool zeigt, welche Lebensmittelabfälle welchen Umwelteinfluss haben. So benötigt man für eine Kanne Kaffee etwa 60 Gramm Kaffeepulver. Der anschließend weggeworfene Kaffeesatz entspricht einer 120 Stunden lang leuchtenden Lampe. „Das meiste CO2 wird bei der Produktion auf der Plantage, bei der Klimatisierung und beim weltweiten Transport über verschiedene Händler bis hin zur Müllentsorgung frei“, erklärt Daniel Pleissner. Simone Abels weist darauf hin, dass es für die meisten Jugendlichen „das erste Mal war, dass sie sich mit dem Thema Lebensmittelabfall auseinandersetzten. Mit dem Foodlab at Home wollten wir sie dafür sensibilisieren und erreichen, Lebensmittelabfall spürbar zu reduzieren.“

Abfall messen, Alternativen finden

Im Vorhaben „FoodLabHome“ wurde ein innovativer und partizipativer Bildungsansatz entwickelt, der auf den Prinzipien des forschenden Lernens basiert. Damit wurden die Schülerinnen und Schüler zu Forschenden und ihre Haushalte zu Laboren. Sie erkannten, dass das hart gewordene Brot, der weggeworfene Apfel oder das verschmähte Mittagessen einen ganz erheblichen Umwelteinfluss und außerdem noch ein Wertpotenzial haben. Mit dem Projektteam erarbeiteten sie dann Alternativen zum Wegwerfen: bedarfsgerechter Einkauf, bessere Lagerung oder Weitergabe von Lebensmitteln an „foodsharing“, bevor diese zu Abfällen werden. Aus nicht mehr frischem Obst und Gemüse lassen sich zuhause zum Beispiel Smoothies zubereiten, Kaffeepulver eignet sich gut als Dünger und Kompost.

Prof.in Dr. Simone Abels
Adresse
Leuphana Universität Lüneburg
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Leuphana Universität Lüneburg, Wissenstransfer
Adresse
Universitätsallee 1
21335 Lüneburg
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