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02. 08. 2022
Verfasst von: Hannah Hoff, Katrin Hedemann

Klima-Touren – aktiv werden gegen Klimafolgen!

Eine Gruppe fährt mit dem Fahrrad an Feldern und Gärten vorbei. © Katrin Hedemann
Welche Auswirkung hat der Klimawandel vor Ort? Wie kann ich Haus und Garten an Extremwetter anpassen? Klima-Touren informieren und regen zum aktiven Handeln an.

Der Klimawandel betrifft uns alle – aber wie können wir als Einzelpersonen wirksame Maßnahmen gegen die Folgen treffen? Oder unsere Meinung und Ideen in die Lösungsfindung einbringen? Ein Forschungsteam der Universität Vechta hat in einem EU-Projekt verschiedene Beteiligungsformen ausprobiert. Klima-Touren fördern den Austausch mit den Menschen vor Ort, eine interaktive Klimakarte macht die Erfahrungen sichtbar.

Klimakarte zeigt Hot-Spots und Maßnahmen vor Ort

Wohlbefinden, Gesundheit, Sicherheit und Wirtschaft – der Klimawandel wirkt sich auf viele Bereiche unseres Lebens aus. Er verstärkt ortsspezifische Risiken und Herausforderungen und erfordert lokal passende Gegenmaßnahmen. Das europäische TeRRIFICA-Projekt (Territorial Responsible Research and Innovation Fostering Innovative Climate Action) möchte allen Menschen aus den Pilotregionen in verschiedenen Ländern einen Raum zur Beteiligung geben. Die Forschenden wollen mit den Einwohnerinnen und Einwohnern vor Ort sowie mit Beteiligten aus Kommunen, Wirtschaft, Vereinen und Bildungseinrichtungen gemeinsam Kompetenzen für das globale Klimaproblem aufbauen.

Bewusstsein schärfen, Maßnahmen fördern

Am Projekt TeRRIFICA, das im EU-Programm Horizon 2020 gefördert wird, beteiligen sich Großstädte in Spanien, Serbien, Polen und Belarus, ländliche Regionen in Frankreich sowie die Landkreise Vechta und Cloppenburg. Die Projektpartner sammeln über digitales Crowd-Mapping (http://klimakarte.terrifica.eu/) Beobachtungen zu Extremwetterereignissen und Ideen der Bevölkerung. Wo sind Hitzefolgen oder Sturmschäden besonders negativ spürbar? An welchen Orten wurden bereits Anpassungsmaßnahmen getroffen? Die Daten dieser Klimakarte können in die Entwicklung neuer Anpassungskonzepte einfließen. Das Datensammeln selbst sollte die Notwendigkeit von Klimaanpassungsmaßnahmen ins öffentliche Bewusstsein rücken und helfen, deren Akzeptanz zu steigern. Allerdings förderten digitale und gedruckte Informationsmedien kaum eine aktive Beteiligung.

Ein Messfühler wird in ein Probenrohr mit Erde gesteckt. © Katrin Hedemann
Teilnehmende der Klima-Touren testen unterwegs Bodenproben auf Feuchtigkeit. Das macht die Klimafolgen besonders anschaulich.

Klimaschäden und gute Beispiele vor der Haustür

Aus diesem Grund hat die Projektgruppe in Vechta unter Leitung von Prof. Dr. Marco Rieckman das Konzept der Klima-Touren entwickelt. Zu Fuß oder per Fahrrad kommen die Forschenden mit Menschen über ihre Beobachtungen ins Gespräch. Zum Beispiel untersuchen sie unterwegs Bodenproben auf Feuchtigkeit oder messen Oberflächentemperaturen. Besonders erfolgreich sind die Touren, wenn Teilnehmende Anpassungsmaßnahmen am eigenen Haus und im Garten zeigen können, etwa Möglichkeiten zur Versickerung von Regenwasser, Zisternen oder Gründächer. Hilfreich ist es auch, ortskundige Kooperationspartner wie kommunale Klimaschutzbeauftragte, Heimatvereine, Umweltschutzorganisationen oder freiwillige Feuerwehren einzubinden. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dokumentieren die Beobachtungen, wodurch sich die Datenerfassung für die Klimakarte qualitativ und quantitativ verbessert.

Redaktioneller Hinweis: Dieser Text steht unter der CC BY 3.0 DE-Lizenz.

 

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Hannah Hoff, M. Sc. & M. HEd.
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Universität Vechta
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