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08. 11. 2022
Verfasst von: Thomas Hardwig, Margarete Boos

Hybride Arbeitsorganisation fordert Zusammenhalt heraus

Grafik: Bei Unternehmen aus dem Dienstleistungsbereich, die vor der Pandemie Homeoffice anboten, wurde 36 Prozent der Arbeit so erledigt, 2020 waren es 69 Prozent. Geht es zukünftig zurück ins Büro oder wird hybride Arbeit dominieren? © CollaboTeam
Während der Pandemie arbeiteten die meisten Menschen im Dienstleistungsbereich im Homeoffice. Die Uni Göttingen untersucht, inwieweit sich die hybride Arbeit etablieren wird und welche Strukturen es dafür braucht.

Zum Arbeiten ins Büro zu fahren ist in Pandemiezeiten nicht mehr normal, sondern die Ausnahme geworden. Doch wie wird sich die Haltung der Beschäftigten gegenüber der virtuellen Zusammenarbeit entwickeln? Wie können Organisationen die hybriden Arbeitsformen, die Arbeitszeit und die digitale Infrastruktur gestalten? Die Universität Göttingen untersucht die Entwicklung und hat spezielle Trainingskonzepte für Unternehmen entwickelt.

Strukturen schaffen, Zusammenarbeit fördern

Während der Pandemie hat sich bei Unternehmen aus dem Dienstleistungsbereich, die das Homeoffice bereits vor der Krise nutzten, der Anteil der Arbeitszeit im Homeoffice verdoppelt. Aber werden nach der Pandemie alle wieder ins Büro zurückkehren? Nationale wie internationale Befragungen dokumentieren, dass die meisten Beschäftigten erwarten, weiterhin an zwei oder drei Tagen in der Woche zu Hause arbeiten zu können. Angesichts des Fachkräftemangels neigt das Management dazu, diesem Wunsch zu entsprechen. So entwickeln Unternehmen derzeit hybride Arbeitsorganisationen. Das feste Büro mit persönlichem Arbeitsplatz weicht einer Arbeitsorganisation mit flexibel buchbaren Büroflächen (mit Räumen für Meetings, Teamarbeit oder konzentrierte Einzelarbeit), einem hohen Anteil an Homeoffice sowie weiteren Arbeitsorten beim Kunden oder auf Reisen.

Vorteile im Homeoffice überwiegen zurzeit

An der Universität Göttingen wird untersucht, welche Herausforderungen sich daraus für Organisationen und ihr Personal ergeben. Aktuell bewerten Beschäftigte offenbar die Vorteile sehr hoch, dass der tägliche Arbeitsweg wegfällt und die Anforderungen des beruflichen und privaten Lebens leichter unter einen Hut zu bekommen sind. Die bereits heute spürbaren Nachteile hybrider Zusammenarbeit haben dagegen weniger Einfluss auf die Entscheidung. Für 96 Prozent der Befragten, die im Homeoffice arbeiten, wäre der Kontakt zu den Kolleginnen und Kollegen allerdings ein Grund, ins Büro zurückzukehren (Bonin u.a., 2020). Außerdem zeigen Studien, dass es mit höherer Virtualität schwieriger wird, effektiv zusammen zu arbeiten.

Digitale Werkzeuge und Trainingskonzepte

Wie können hybride Teams die höheren Anforderungen bewältigen und ihren Zusammenhalt sichern? Das Göttinger Forschungsteam empfiehlt, gezielt Kollaborationsplattformen zu nutzen. Im Verbundprojekt CollaboTeam, vom Bundesforschungsministerium gefördert, wurden hierfür spezielle Trainingskonzepte entwickelt (siehe auch Virtuelle Kollaboration: Auf gute Zusammenarbeit!). Für Organisationen ergeben sich darüber hinaus viele Fragen zur Gestaltung hybrider Arbeit, von verpflichtender Büroanwesenheit bis hin zur Umgestaltung der Büroräume. Welche Antworten finden sie, um neue Beschäftigte gut in ein Unternehmen zu integrieren und die Identifikation mit ihm zu fördern? Wenn Sie als Unternehmen gemeinsam mit dem Forschungsteam Lösungen entwickeln wollen, nehmen Sie gerne Kontakt auf.

 

Redaktioneller Hinweis: Dieser Text steht unter der CC BY 3.0 DE-Lizenz.

 

Dr. Thomas Hardwig
Adresse
Georg-August-Universität Göttingen
Kooperationsstelle Hochschulen und Gewerkschaften
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Georg-August-Universität Göttingen
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Prof. Dr. Margarete Boos
Adresse
Georg-August-Universität Göttingen
Georg-Elias-Müller-Institut für Psychologie
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Portrait Annemone Radleff-Schlimme
Dr. Annemone Radleff-Schlimme
Adresse
Innovationsscouting
Abteilung Forschung und Transfer
Georg-August-Universität Göttingen
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