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12. 01. 2023
Verfasst von: Till Bruckermann, Hannah Greving

Fledermausschutz – Bürgerinnen und Bürger forschen mit

Zwei Frauen stehen im Park mit Detektor, Kopfhörern und Liste und schauen suchend in den Abendhimmel. © IZW/Christof Häberle
Wenn Bürgerinnen und Bürger sich an Forschungsprojekten beteiligen, hilft das dem Verständnis für Biodiversität. Hier nehmen sie Fledermausrufe mithilfe eines Detektors auf.

Die biologische Artenvielfalt nimmt dramatisch ab. Um dem entgegenzuwirken, muss die Öffentlichkeit über Forschungsaktivitäten im Bereich Biodiversität informiert und bestenfalls auch daran beteiligt werden. Den Erfolg solcher Citizen-Science-Projekte haben Forschende der Leibniz Universität Hannover und anderer Forschungseinrichtungen untersucht und ermutigende Ergebnisse gewonnen.

Wissen vermehren, Verständnis wecken, Engagement fördern

Biologische Artenvielfalt lässt sich nur bewahren, wenn die Öffentlichkeit darüber informiert und an ihrem Erhalt beteiligt wird. Eine geeignete Möglichkeit bieten sogenannte Citizen-Science-Projekte (CS), die Bürgerinnen und Bürger in die wissenschaftliche Arbeit einbeziehen. In diesen Projekten arbeiten engagierte Privatpersonen mit hauptberuflichen Forscherinnen und Forschern zusammen. Doch welche Wirkung hat die Bürgerforschung auf die Beteiligten und auf ihren Erkenntnisgewinn? Das hat das Institut für Erziehungswissenschaft der Leibniz Universität Hannover in Kooperation mit dem Leibniz-Institut für Wissensmedien aus Tübingen und weiteren Projektpartnern näher betrachtet. In diesem Projekt ging es um die Ökologie von in Städten lebenden Fledermäusen.

Aktive Beteiligung wirkt sich positiv aus

Die Teilnehmenden nahmen dazu bei nächtlichen Spaziergängen die Rufe verschiedener Fledermausarten mit speziellen Detektoren auf. Das Forschungsteam hat insbesondere untersucht, wie sich die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an diesem Projekt auf ihre Einstellung zu Fledermäusen, ihr Wissen über städtische Fledermausarten und ihr Engagement bei Citizen-Science-Projekten auswirkt. Die Ergebnisse aller vier Feldstudien zeigen:

  • Die Einstellung der Bürgerinnen und Bürger zu Fledermäusen verbesserte sich während ihrer Teilnahme.
  • Ihr inhaltliches Wissen über die Ökologie städtischer Fledermäuse nahm zu.
  • Ihre Einstellung zum Engagement an Bürgerprojekten verbesserte sich.
  • Die Wirkung des CS-Projekts auf die Bürgerinnen und Bürger änderte sich allerdings nicht, wenn sie sich in einem höheren Grad als eine andere Gruppe beteiligten und zusätzlich Daten auswerteten.

Eine Fledermaus sitzt auf steinigem Untergrund. © johannaschen, Pixabay
Die Zwergfledermaus, die häufig Häuser als Quartier bezieht, ist sehr nützlich. Zum Beispiel vertilgt sie schädliche Insekten. Bürgerprojekte können das Wissen über Fledermäuse und lohnende Schutzmaßnahmen verbessern.

Das Fazit des Forschungsprojektes lautet, dass ein Engagement für die Bürgerforschung einen Wissenszuwachs und eine Einstellungsverbesserung mit sich bringen kann: Das Bewusstsein für städtische Fledermäuse und deren Schutz wird gefördert, die Wissenschaft gewinnt mehr Daten, das Engagement für die Bürgerforschung wird in einem noch positiveren Licht gesehen und letztlich kann alles zum Erhalt der Biodiversität beitragen.

 

Redaktioneller Hinweis: Dieser Text steht unter der CC BY 3.0 DE-Lizenz, das Teaserbild von Christof Häberle ist davon ausgenommen.

 

Hier finden Sie weitere Informationen:

Projektpartner:

Prof. Dr. Till Bruckermann
Adresse
Leibniz Universität Hannover
Institut für Erziehungswissenschaft
Prof. Dr. Till Bruckermann
Adresse
Leibniz Universität Hannover
Institut für Erziehungswissenschaft
Dr. Hannah Greving
Adresse
Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM), Tübingen
Abteilung Wissenskonstruktion
Dr. Hannah Greving
Adresse
Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM), Tübingen
Abteilung Wissenskonstruktion
Leibniz Universität Hannover, uni transfer
Leibniz Universität Hannover, uni transfer