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15. 03. 2023
Verfasst von: Moritz Schmidt, Florian Specht

Das Ende des Bürokratie-Wahnsinns in der Pflege!

Portraifoto © Pflegewächter
Florian Specht (von rechts), Moritz Schmidt und Noel Scheit gründeten Pflegewächter. Mit ihrem Team unterstützen sie Pflegebedürftige und ihre Angehörigen digital bei der Beantragung und Durchsetzung von Pflegeleistungen.

Der demografische Wandel und Pflegekräftemangel setzt der Pflegebranche mehr und mehr zu. Doch auch Pflegebedürftige und ihre Angehörigen sind bei der Auswahl, Beantragung und Durchsetzung von Leistungsansprüchen sehr belastet. Pflegewächter bietet hier kostenfreie digitale Unterstützung. Das junge Sozialunternehmen wurde an der Leibniz Universität Hannover gegründet und entwickelt seine Services mit der niedersächsischen Wohlfahrtspflege.

Digitale Services unterstützen Anträge und Widersprüche

Pflegeleistungen und einen Pflegegrad beantragen sowie ein passendes Pflegeangebot suchen – all das kostet viel Zeit und Kraft. „Wir haben selbst gemerkt, wie belastend das Thema Pflege ist, als unsere Großeltern pflegebedürftig geworden sind“, berichtet Florian Specht. „Besonders überrascht hat uns dabei, dass die Antragstellung der Pflegeleistungen bis heute sehr papierlastig ist und es keine digitalen Unterstützungsmöglichkeiten für pflegende Angehörige gibt“, ergänzt Noel Scheit. Hinzu kommt, dass pflegebedürftige Personen im Durchschnitt 250 Euro pro Monat zu wenig für die Pflege von der Versicherung ausgezahlt bekommen. Das wollten die Studenten ändern. Sie scharten Gleichgesinnte um sich und gründeten aus der Leibniz Universität Hannover heraus mithilfe eines EXIST-Gründerstipendiums das Start-up Pflegewächter.

Schritt für Schritt anleiten und informieren

„Mit Pflegewächter bieten wir eine Plattform, auf der pflegebedürftige Menschen und ihre pflegenden Angehörigen ganz einfach ihre Pflegeleistungen beantragen und durchsetzen können“, erläutert Mitgründer Moritz Schmidt. Eigenes Know-how der Kundinnen und Kunden ist dazu nicht notwendig, da die Beantragung und Durchsetzung Schritt für Schritt abgefragt und begleitet wird. Dabei werden die Nutzer auf all ihre Ansprüche hingewiesen und im Widerspruchsfall bei der rechtlichen Durchsetzung durch Partneranwälte unterstützt. „Die gesamte Unterstützung ist für unsere Kunden kostenlos, da die Pflegekassen unsere Beratungsleistungen erstatten“, betont Florian Specht. Diese juristische und meist digitale Dienstleistung wird auch als Legal Tech bezeichnet.

Ein Handydisplay zeigt das Modul Mobilität, mit dem die Bewegungsfähigkeit erfasst wird. © Pflegewächter
Die digitalen Services von Pflegewächter leiten Schritt für Schritt durch die Anträge für Pflegeleistungen und geben rechtliche Hinweise.

Mehrwert für Arbeitgeber und Angestellte

Das junge Sozialunternehmen erhält von Prof. Dr. Christian Wolf über den juristischen Lehrstuhl und vom Legal-Tech-Inkubator fachliche Unterstützung. Die digitalen Services werden in Zusammenarbeit mit der niedersächsischen Wohlfahrtspflege entwickelt und dort auch selbst eingesetzt, etwa zur Bestimmung und Fortbildung im Pflegegrad-Assessment sowie für die Entlastung im Widerspruch. So werden gemeinsam Arbeitsprozesse effizienter gestaltet und digitalisiert, sodass Unternehmen der Pflegebranche sich mehr auf die eigentliche Pflege und Beratung konzentrieren können. Die Angebote von Pflegewächter stehen auch Arbeitgebern kostenfrei zur Verfügung, die diese ihrer Belegschaft zu Verfügung stellen können. Pflegende Angestellte erhalten so eine rechtssichere Entlastung, können alles Wesentliche für die Pflege regeln und kehren schneller an den Arbeitsplatz zurück.

Redaktioneller Hinweis: Dieser Text steht unter der CC BY 3.0 DE-Lizenz
Florian Specht
Adresse
Leibniz Universität Hannover
Institut für Prozess- und Anwaltsrecht (IPA)
Pflegewächter
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Leibniz Universität Hannover, uni transfer
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