Themen
Einzelansicht

24. 01. 2022
Verfasst von: Gerlinde Benninger

Arzneimittel herstellen im Innovationsknoten Niedersachsen

Bild einer Hanfpflanze © Georg Döring / PVZ, TU Braunschweig
Hanf (Cannabis sativa) wird in Deutschland vor allem als Nutzhanf angebaut. Dessen Inhaltsstoffe wirken unter anderem antientzündlich und antioxidativ, was ihn für eine medizinische und kosmetische Anwendung interessant macht.

Der Bedarf nach innovativen, maßgeschneiderten Arzneimitteln steigt – durch neue Infektionskrankheiten wie COVID-19, die zunehmende Verbreitung von Antibiotika-Resistenzen, den demografischen Wandel sowie durch medizinische Fortschritte. Das Zentrum für Pharmaverfahrenstechnik (PVZ) in Braunschweig entwickelt ressourcenschonende Prozesse, um pharmazeutische Wirkstoffe und Kosmetika herzustellen.

Innovative Produkte und Verfahren – vom Labor in den Markt

Arzneimittel- und Wirkstoffhersteller sind vielfältigen Herausforderungen ausgesetzt: bis zu zehnjährige Entwicklungszyklen für neuartige Medikamente, wachsender Kostendruck im Gesundheitssystem, komplexe regulatorische Anforderungen bei allen Schritten der Arzneimittelentwicklung und -produktion sowie ein starker globaler Wettbewerb. Diese Herausforderungen greift das Zentrum für Pharmaverfahrenstechnik (PVZ) an der Technischen Universität Braunschweig auf. Die Vision: kosteneffiziente, ressourcenschonende Produktionsprozesse zur Herstellung maßgeschneiderter und innovativer Arzneimittel. Dazu forschen seit 2017 zirka 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen.

Netzwerk aus Forschung und Mittelstand

Um die projektübergreifende Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft zu stärken, gründete das PVZ zusammen mit kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) das Innnovationsnetzwerk Pharmaproduktionstechnologie – ProPharm. Mit dieser Initiative bündelt das PVZ verschiedene Expertisen bei der nachhaltigen Produktion von pharmazeutischen Wirkstoffen, Arzneimitteln, Kosmetika und Nahrungsergänzungsmitteln. Im Fokus stehen Forschungs-und-Entwicklungs(FuE)-Projekte mit dem Ziel, innovative Produkte, Prozesse oder technische Dienstleistungen zu entwickeln und diese in den Markt zu transferieren. ProPharm wird bis 2023 vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert.

Biotechnikum mit Bioreaktor im anwendungsorientierten Maßstab © Karl-Falco Storm / PVZ, TU Braunschweig
Blick in das Biotechnikum: In Bioreaktoren mit bis zu 100 Liter Volumen werden pharmazeutische Wirkstoffe hergestellt.

Schonende Aufbereitung, konstante Produktqualität

Die Netzwerkpartner konzentrieren sich auf neue Extraktionsverfahren für pharmazeutisch oder kosmetisch relevante Inhaltsstoffe aus Pflanzen. Im Hinblick auf die spätere Anwendung sind hierbei schonende Aufbereitungsprozesse, ein stabiler Prozessverlauf und eine konstante Produktqualität die Herausforderungen. Von besonderem Interesse sind für ProPharm die Inhaltsstoffe der Hanfpflanze, die entzündungshemmend, antioxidativ und schmerzlindernd wirken. Sie eignen sich hervorragend für die Weiterverarbeitung zu kosmetischen Endprodukten. Daneben entwickeln die FuE-Teams neuartige pharmazeutische Formulierungen, um den Wirkstoff zusammen mit Hilfsstoffen als Tablette, Kapsel oder Creme darzureichen, damit er am Zielort seine Wirkung entfalten kann. Das Netzwerk ProPharm wächst kontinuierlich und ist offen für neue Partner.

 

Redaktioneller Hinweis: Dieser Text steht unter der CC BY 3.0 DE-Lizenz.

 

Hier finden Sie weitere Informationen:

Dr. Gerlinde Benninger
Adresse
Innovationsnetzwerk Pharmaproduktionstechnologie – ProPharm
c/o Zentrum für Pharmaverfahrenstechnik (PVZ)
Technische Universität Braunschweig
Dr. Gerlinde Benninger
Adresse
Innovationsnetzwerk Pharmaproduktionstechnologie – ProPharm
c/o Zentrum für Pharmaverfahrenstechnik (PVZ)
Technische Universität Braunschweig
Technische Universität Braunschweig, Wissens- und Technologietransfer
Adresse
Rebenring 33
38106 Braunschweig
Technische Universität Braunschweig, Wissens- und Technologietransfer
Adresse
Rebenring 33
38106 Braunschweig