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03. 03. 2022
Verfasst von: Barbara Grabkowsky, Stefanie Retz, Gero Corzilius

5G steigert Nachhaltigkeit in der Agrarwirtschaft

Projekt-Logo 5G-Agrar © trafo:agrar 2020
Partner aus Forschung und Praxis erproben den multidirektionalen Datenaustausch entlang der Wertschöpfungsketten Geflügel und Schwein.

Der Landkreis Vechta wird mit seiner intensiven Nutztierhaltung zum Reallabor beim Einsatz des Kommunikationsstandards 5G in der Agrar- und Ernährungswirtschaft. Ein Verbundprojekt mit Forschungs- und Praxispartnern erprobt den multidirektionalen Datenaustausch entlang der Wertschöpfungsketten Geflügel und Schwein.

Mehr Tierwohl, Transparenz und Ressourceneffizienz

Anwendungspotenziale und Chancen des neuen Kommunikationsstandards 5G erforscht das Verbundprojekt „5G Nachhaltige Agrarwirtschaft“ in einem Zeitraum von zwei Jahren. Mithilfe von moderner Kamera- und Sensortechnik und mittels eines multidirektionalen Datenaustauschs zwischen allen Akteuren der Wertschöpfungskette werden Möglichkeiten erarbeitet und erprobt, Tierwohl, Tiergesundheit, Transparenz und Nachhaltigkeit zu optimieren. Ziel der Forschungs- und Praxispartner ist es, die einzelnen Prozessstufen zu einem intelligenten und transparenten Wertschöpfungssystem zu verknüpfen.

Nachhaltiges, ressourceneffizientes Wirtschaften

Zum Beispiel ermöglicht eine durch künstliche Intelligenz gestützte Datenanalyse eine automatische Früherkennung von „moments of interest“ in verschiedenen Phasen von Aufzucht bis zur Schlachtung in der Schweineproduktion. Das betrifft etwa Liege- und Fressverhalten sowie Gruppendynamiken. Auf dieser Datenbasis können dann Landwirtinnen und Landwirte frühzeitig Präventionsmaßnahmen ergreifen, um das Auftreten von antagonistischem Verhalten wie Schwanzbeißen zu verhindern. Die Ergebnisse unterstützen sie dabei, ihre Zeit mit genau den Tieren zu verbringen, die ihre Aufmerksamkeit am meisten benötigen. Gleichzeitig zeigt die Erhebung von Stall- und Umgebungsdaten Möglichkeiten auf, Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz in der Agrar- und Ernährungswirtschaft zu steigern. Hier geht es beispielsweise darum, Futteraufnahmeverluste durch Stressverringerung zu vermeiden, Erkrankungen durch optimierte Klimasteuerung zu verhindern oder Gülle sparsam und bedarfsgerecht auf dem Feld aufzubringen.

 

Die Grafik veranschaulicht die Vernetzung. © trafo:agrar 2020
Der Kommunikationsstandard 5G kann Akteure und Produktionsprozesse in der Agrar- und Ernährungswirtschaft intelligent miteinander vernetzen.

Netzwerk aus Wissenschaft und Praxis

Gefördert wird das Projekt vom 5G-Innovationsprogramm des Bundesverkehrsministeriums. Das Konsortium repräsentiert einen starken Verbund aus Wissenschaft und Praxis: Georg-August-Universität Göttingen, Hochschule sowie Universität Osnabrück, Universität Vechta, Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, Big Dutchman AG, Böseler Goldschmaus GmbH, Brand Qualitätsfleisch, BWE-Brüterei Weser-Ems, Josef Kotte Landtechnik, Start-up VetVise, Erzeugergemeinschaft für Qualitätsvieh im Oldenburger Münsterland, Kreislandvolkverband Vechta, Naturdünger-Verwertungs GmbH und Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland. Antragsteller sind der Verbund Transformationsforschung agrar Niedersachsen und das Amt für Wirtschaftsförderung des Landkreises Vechta.

 

Redaktioneller Hinweis: Dieser Text steht unter der CC BY 3.0 DE-Lizenz.

Dr. Stefanie Retz
Adresse
Verbund Transformationsforschung agrar Niedersachsen
c/o Universität Vechta
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Verbund Transformationsforschung agrar Niedersachsen
c/o Universität Vechta