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31. 08. 2022
Verfasst von: Jens Heger

Logistikprozesse in Lernfabrik optimieren

Grafische Darstellung eines Produktionsprozesses in einer Fabrik © Leuphana, Jens Heger, Thomas Voß
Mit dem Simulationsmodell einer Fabrik können Studierende und Praxispartner aus der Industrie moderne Technologien, Prozesse und Methoden rund um Produktions- und Logistiksysteme ausprobieren und verbessern.

An welcher Stelle lässt sich der Produktionsprozess optimieren? Wie lassen sich in der Produktionslogistik Ressourcen einsparen? Solche Fragen sind im Unternehmensalltag immer wieder präsent. Gemeinsam mit einem Industriepartner hat das Institut für Produkt- und Prozessinnovation der Leuphana Universität Lüneburg in seiner haptischen Lernfabrik ein Simulationsmodell entwickelt, um die Stellschrauben zu finden und das Potenzial für Optimierungen zu nutzen.

Labor für die Forschung, Aus- und Weiterbildung

Bereits seit einigen Jahren betreibt das Institut für Produkt- und Prozessinnovation an der Leuphana Universität Lüneburg eine haptische Lernfabrik. In diesem Labor haben Praxispartner und Studierende die Möglichkeit, mit Konzepten der Industrie 4.0 zu experimentieren und deren Nutzen zu evaluieren. Ausgehend von ineffizienten und ineffektiven Prozessen entwickeln sie Lösungsansätze für die Fertigung, Montage und Logistik. Indem sie verschiedene Positionen – von der Bestellabwicklung, über Einkauf, Vorfertigung, Montage und Logistik bis zur Auslieferung – einnehmen, erhalten sie ein tiefgreifendes Verständnis für den gesamten Prozess. Dabei erkennen die Teilnehmenden, welche Verbesserungsmöglichkeiten es gibt, können Alternativen ausprobieren und direkt erfahren, welche konkreten Auswirkungen sich aus der Umstellung einzelner Arbeitsschritte ergeben.

Digitaler Zwilling zeigt Potenziale auf

Nun haben die Forschenden in enger Abstimmung mit einem Industriepartner eine digitale Version einer Produktionsfabrik, einen sogenannten digitalen Zwilling, entwickelt. Dieses Simulationsmodell verfolgt den Zweck, verschiedene Methoden und Optimierungsansätze und insbesondere deren Auswirkungen auf die betrachteten Kennzahlen leicht verständlich aufzuzeigen. Weiterhin haben die Projektpartner die Animationsfähigkeiten der Simulations-Software AnyLogic® ausgereizt, um neben der klassischen Kennzahlenberechnung einen grafischen Einblick in die einzelnen Prozessschritte zu geben.

Virtuelle Simulation eines Fahrgestells © Leuphana, Jens Heger, Thomas Voß
Während der Schulung in der digitalen Lernfabrik können verschiedene Szenarien und Methoden ausprobiert und angepasst werden, zum Beispiel die Montage eines Chassis.

Verfahren trainieren, Auswirkungen kennenlernen

Die Simulation ermöglicht es, die Bearbeitung von Kundenaufträgen zu trainieren, einzelne Produktionsschritte virtuell anzupassen und Einfluss zu nehmen auf relevante Leistungsindikatoren wie Produktionskosten, Produktqualität, Durchlaufzeit oder Lieferleistung. Während der Schulung können verschiedene Szenarien angewendet werden: Arbeiten an einer CNC-Maschine, einer Presse oder an Montagestationen. So macht die digitale Lernfabrik die Potenziale neuer Methoden erfahrbar – angefangen vom nachträglichen Installieren von Sensoren zur Aufnahme von Betriebsdaten (Retrofitting) bis hin zum Erkennen von Zusammenhängen (Process Mining). Die digitale Lernfabrik steht der Forschung, dem berufsbegleitenden Master Wirtschaftsingenieurwesen der Leuphana Professional School, für Industrieschulungen und Kooperationspartner zur Verfügung.

Redaktioneller Hinweis: Dieser Text steht unter der CC BY 3.0 DE-Lizenz.

Prof. Dr.-Ing. Jens Heger
Adresse
Leuphana Universität Lüneburg
Institut für Produkt- und Prozessinnovation
Prof. Dr.-Ing. Jens Heger
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Leuphana Universität Lüneburg
Institut für Produkt- und Prozessinnovation
Leuphana Universität Lüneburg, Wissenstransfer
Adresse
Universitätsallee 1
21335 Lüneburg
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