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Digitalisierung im Bauwesen unter der Erde

20. 01. 2026
Verfasst von: Birgit Sinnigen, Sebastian Hollermann

Digitalisierung im Bauwesen unter der Erde

Die Grafik zeigt eine Baustelle mit Bauzäunen und Betriebsgebäude. Spundwände umfassen eine Baugrube. Darin ist das Schieberkreuz aus mehreren Leitungen mit unterschiedlichen Durchmessern sowie Anlagenbauteilen freigelegt. © Thyssengas, PV-Ansberger, B. Sinnigen
Das 3D-Modell visualisiert den Umbau eines Schieberkreuzes einer erdverlegten Gasleitung. Damit können sich Projektbeteiligte mit unterschiedlichem Qualifikationsniveau die auszuführenden Baumaßnahmen besser vorstellen als mit 2D-Plänen. Das erleichtert die Planung, reduziert Missverständnisse und Risiken.

Die Digitalisierung im Bauwesen verbessert Planungsprozesse und zeigt Risiken frühzeitig auf. Doch für den Bau erdverlegter Rohrleitungen gibt es noch keine Standards beim Building Information Modeling (BIM). Die Jade Hochschule bietet nun mit dem „Masterplan BIM Rohrleitungsbau“ konkrete Handlungsempfehlungen für die Praxis an. Ziel ist es, mit den vorgestellten Anwendungsfällen und Maßnahmen insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen den Einstieg in die Digitalisierung zu erleichtern.

Wie BIM den Rohrleitungsbau revolutionieren kann

Während die Digitalisierung im Bauwesen mithilfe der Methode Building Information Modeling (BIM) voranschreitet und zunehmend Standards für den Hoch- und Infrastrukturbau entwickelt werden, bleibt der Bau erdverlegter Rohrleitungen weitgehend unberücksichtigt. Birgit Sinnigen, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Jade Hochschule, hat nun untersucht, inwieweit sich die etablierten Digitalisierungsstandards aus dem Hoch- und Infrastrukturbau auf den Rohrleitungsbau übertragen lassen. Sie hat in einem Kooperationsprojekt einen Masterplan mit Beispielen erstellt, der insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen den Einstieg in die Digitalisierung im Rohrleitungsbau erleichtert.

Planen, vorbeugen, visualisieren

Im Fokus der Untersuchung standen die BIM-Anwendungsfälle „Bestandserfassung und -modellierung“, „Visualisierung“ sowie „Projekt- und Bauwerksdokumentation“. Grundlage bildeten Interviews mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis. Die Ergebnisse führte Birgit Sinnigen im „Masterplan BIM Rohrleitungsbau“ zusammen. „Das Konzept zeigt vielfältige Vorteile der BIM-Methode auf“, fasst sie zusammen und zählt auf:

  • Durch digitale Bestandsmodelle lassen sich Planungsgrundlagen verbessern und Risiken frühzeitig erkennen.
  • Visualisierungen fördern die Kommunikation im Projektteam und mit der Öffentlichkeit.
  • Ein Bauwerksinformationsmodell (As-built Model) bildet den tatsächlich gebauten Zustand ab.
  • Eine zentrale digitale Dokumentation und das Informationsmodell ermöglichen eine lückenlose Nachverfolgung über den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks.

Konkrete Praxisbeispiele und Maßnahmen

Der entwickelte Masterplan bietet Unternehmen eine praxisnahe Orientierung zur Einführung von BIM im Rohrleitungsbau. Birgit Sinnigen verweist auf „Steckbriefe mit Nutzen, Voraussetzungen und Umsetzungsschritten sowie konkrete Praxisbeispiele.“ Die Thyssengas GmbH und die PV-Ansperger mbH haben durch ein BIM-Pilotprojekt mit Praxisbeispielen unterstützt. Unternehmen wiederum können das Unterstützungsangebot des Instituts für Rohrleitungsbau und der Jade Hochschule in Anspruch nehmen. Gemeinsam lassen sich Pilotprojekte umsetzen, Prozesse digitalisieren und branchenspezifische Lösungen entwickeln. Interessierte Unternehmen profitieren von wissenschaftlicher Begleitung, praxisnahen Handlungsempfehlungen und Zugang zur aktuellen Forschung.

 

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Redaktioneller Hinweis: Dieser Text steht unter der CC BY 3.0 DE-Lizenz
Zitation: Sinnigen, B., & Hollermann, S. (2026). Digitalisierung im Bauwesen unter der Erde. TI-Magazin (Technologie-Informationen), „ti“ 3/2025: Transfer in die Praxis. https://doi.org/10.60479/RC21-DG34
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26121 Oldenburg
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