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30. 06. 2022
Verfasst von: Jan Niklas Busch (HS), Felix Bücken (Uni), Marcus Seifert (HS)

Klimaanpassung in der Logistik

Ein Fluss ist über die Ufer getreten und hat einen Steg weggerissen. Über eine Brücke fahren viele Autos. © Hans, Pixabay
Vielleicht ist bis jetzt alles gut gegangen, doch Klimafolgen wie zum Beispiel Hochwasser können jedes Unternehmen treffen. Forschende der Hochschule und Universität Osnabrück untersuchen, ob und welche Maßnahmen Logistikunternehmen gegen Klimarisiken ergreifen.

Es ist unwiderlegbar, dass sich unser Klima verändert und damit Extremwetterphänomene wie Starkregen, Dürre, Hochwasser oder Hitzeperioden deutlich zunehmen. Ein Großteil der Bevölkerung ist der Meinung, dass Wirtschaft und Politik handeln müssen. Inwieweit sind Unternehmen aber auf solche Veränderungen vorbereitet? Liegt ein Bewusstsein für standortbezogene Maßnahmen zur Klimaanpassung vor? Eine Forschungsgruppe der Hochschule und der Universität Osnabrück untersucht Theorie und Praxis.

Unternehmen haben erste Akzeptanzphase erreicht

Extremwetterphänomene nehmen mit dem fortschreitenden Klimawandel zu. Diese Klimafolgen oder Klimarisiken betreffen aus diversen Gründen auch Unternehmen. Hier setzt das Forschungsprojekt KlimaLogis der Hochschule und Universität Osnabrück an. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen, wie Unternehmen der Logistikbranche Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung umsetzen können und in welchem Umfang sie hier bereits aktiv sind. Mögliche Maßnahmen zur Klimaanpassung sind beispielsweise Regenrückhaltebecken, Beschattung gegen starke Hitze oder eigene Kleinkraftwerke, die Stromausfälle durch Extremwetterereignisse kompensieren.

Drei Akzeptanzphasen der Klimaanpassung

Mit Interviews ermittelt die Forschungsgruppe die Akzeptanz in den Unternehmen, Klimaanpassungsmaßnahmen umzusetzen. Auf zwei Theorien („Theory of Planned Behaviour“ nach Ajzen und „Diffusion of Innovations“ nach Rogers) basierend unterscheidet sie drei Akzeptanzphasen:

  • In der Phase der Einstellungsakzeptanz entwickelt ein Unternehmen ein Bewusstsein für oder Interesse an Klimaanpassung.
  • Daraus leitet sich eine Handlungsakzeptanz im Unternehmen ab und es führt erste Experimente oder Versuche mit konkreten Klimaanpassungsmaßnahmen durch.
  • Führt diese Phase zum Erfolg, gehen Unternehmen in die Nutzungsakzeptanz über. Dabei werden die Ergebnisse aus der Handlungsphase konkret übernommen und in den Gesamtkontext des Unternehmens eingeordnet.

Grafik zur Einstellungs-, Handlungs- und Nutzungsakzeptanz © i.A. Kollmann 1998
Das Phasendiagramm zeigt die Akzeptanz- und Anpassungsprozesse von Klimaanpassungsmaßnahmen in Logistikunternehmen.

Unternehmen für Geschäftsrisiken sensibilisieren

Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass sich Unternehmen – trotz umfangreicher Bemühungen beim Klimaschutz – bei der Klimaanpassung noch in der Phase der Einstellungsakzeptanz befinden. Ihnen sind die Folgen des Klimawandels zwar bewusst, jedoch sind sie bisher von Extremwetterereignissen kaum betroffen, sodass sie selten eine Anpassung der Prozesse planen beziehungsweise umsetzen. An diesem Punkt will das Forschungsteam Aufklärungsarbeit leisten und den Blick für klimabedingte Geschäftsrisiken schärfen. Zum Beispiel machen die Forschenden über verschiedene Indikatoren aus der Logistik und Klimaanpassung mögliche Einflüsse auf die Unternehmenskennzahlen sichtbar. Damit unterstützt das Team Unternehmen dabei, Prozessabschnitte und zugehörige Akteure für Klimaanpassungsmaßnahmen zu identifizieren und zu bewerten.

Jan Niklas Busch, M. Sc.
Adresse
Institut für Produktion und Logistik
Hochschule Osnabrück
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Transfer- und Innovationsmanagement der Osnabrücker Hochschulen
Adresse
Albert-Einstein-Str. 1
49076 Osnabrück
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