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09. 06. 2022
Verfasst von: Samir Saleh

Strategische Relevanz von Expatriates

Vier Personen unterschiedlicher Nationalität besprechen sich in einem Warenlager. © xavierarnau, iStockphoto
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Logistikdienstleistern stehen bei Auslandseinsätzen vielfältigen Herausforderungen gegenüber. Dafür ist das Know-how dieser Expatriates strategisch wertvoll für die Unternehmen.

Über den Erfolg international agierender Logistikunternehmen entscheiden nicht zuletzt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihrem fachlichen und kulturellen Know-how. Die Herausforderungen, denen sich die sogenannten Expatriates bei ihren Auslandseinsätzen stellen, erforscht Prof. Dr. Samir Saleh von der Ostfalia Hochschule. Er weist vor allem der Unternehmenskultur die wichtige Funktion zu, diese Fachkräfte zu halten und im Unternehmen zu integrieren.

Internationalisierungs-Know-how in Logistikunternehmen stärken

Logistikunternehmen, die europa- oder weltweit tätig sind, müssen zielorientiert auf die Herausforderungen internationaler Märkte reagieren. Dieses spezielle Internationalisierungs-Know-how bilden in der Regel Fach- und Führungskräfte, die in die im Ausland befindlichen Niederlassungen entsandt werden. Diese sogenannten Expatriates erlangen ihr Wissen einerseits durch Netzwerke und Kooperationen, andererseits durch die Tätigkeit vor Ort und den damit verbundenen Erfahrungen. „Insbesondere das Agieren in einem neuen, zunächst fremden Umfeld stellt für die entsendeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Herausforderung dar“, sagt Prof. Dr. Samir Saleh. „Lernfähigkeit, Selbstreflektion und interkulturelle Kompetenz sind von großer Bedeutung für das Verhandeln und den Aufbau von Beziehungen zu Entscheidern vor Ort.“

Herausforderungen im Ausland und in der Heimat

Der Experte für internationales Management in der Logistikbranche an der Ostfalia Hochschule betont, dass „Expatriates Herausforderungen und Aufgaben meistern müssen, die mit denen des Heimatlandes nicht vergleichbar sind“. Samir Saleh beschreibt zum Beispiel den Kosmopoliten, der aufgrund zahlreicher Auslandseinsätze über ein umfangreiches Internationalisierungs-Know-how und wichtige Netzwerke verfügt. Dieser Typus Mitarbeiter ist an weiteren Auslandseinsätzen interessiert, erfährt aber die meisten Schwierigkeiten bei einer Reintegration ins Stammhaus. „Kosmopoliten gehen somit am ehesten an die Konkurrenz verloren und damit auch deren Know-how“, gibt Samir Saleh zu bedenken.

Wortgrafik © Ostfalia
Das sollten Logistikunternehmen wissen: Je weniger sie die strategische Relevanz von Expatriates hinsichtlich der Generierung von Internationalisierungs-Know-how erkennen und nicht versuchen, dieses Know-how im Unternehmen zu halten, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese Expatriates an die Konkurrenz im In- und Ausland verloren gehen.

Mitarbeitende ans Unternehmen binden und integrieren

Um diesen Verlust zu vermeiden und vom Know-how langfristig – und damit über die Dauer des Auslandseinsatzes hinaus – profitieren zu können, sollten Unternehmen Maßnahmen entwickeln, zum Beispiel einen auf die Expatriates ausgerichteten internen Marketing-Mix. Dies beinhaltet Komponenten der Arbeitsgestaltung, Entlohnung, Einsatzortwahl sowie der Kommunikation und Betreuung. Dieser interne Marketing-Mix hat zum Ziel, die Expatriates an das entsendende Unternehmen zu binden. „Das Internationalisierungs-Know-how stellt nicht nur einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz dar“, hebt Samir Saleh die strategische Relevanz dieser Mitarbeitenden hervor, „sondern es stärkt auch die Kultur und Innovationsfähigkeit eines Unternehmens“.

Prof. Dr. Samir Saleh
Adresse
Institut für Logistikmanagement
Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, Standort Salzgitter
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Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, Standort Salzgitter
Ostfalia Hochschule, Wissens- & Technologietransfer
Adresse
Salzdahlumer Str. 46/48
38302 Wolfenbüttel
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